Bahnübergang Casellastraße

Im Planungsausschuss stellte der Magistrat seine Planungen vor, anstelle des Bahnübergangs an der Casellastraße eine Unterführung zu bauen.

Ich frage den Magistrat:

Wieviele Fahrzeuge (motorisiert und unmotorisiert) sowie Fußgängerinnen und Fußgänger werden durchschnittlich am Bahnübergang Casellastraße an Wochentagen gezählt, und wie lange beträgt an diesen Tagen die durchschnittliche Wartezeit an den Bahnschranken?

Schriftliche Antwort von Stadtrat Stefan Majer

Die Planungen zur Nordmainischen S-Bahn und in diesem Zusammenhang, dem Bau einer S-Bahn-Station Fechenheim, sehen vor, den Bahnübergang an der Casellastraße zu schließen. Auf § 2 des Eisenbahnkreuzungsgesetzes sei an dieser Stelle verwiesen. Hiernach sind bei neuen Kreuzungen von Eisenbahnen und Straßen diese grundsätzlich als Überführungen, dies meint nicht plangleich, auszuführen.

An Stelle des Bahnübergangs soll in der Casellastraße eine Unterführung für den Fuß- und Radverkehr mit Zugang zur S-Bahn-Station treten. Für den Kraftfahrzeugverkehr ist eine Unterführung in der Verlängerung der Ernst-Heinkel-Straße vorgesehen. Von hier aus soll der westliche Zugang zum Bahnsteig der S-Bahn-Station erfolgen.

Unabhängig davon, dass sich durch die geplante Maßnahme signifikante Verbesserungen hinsichtlich der Anbindung der Fechenheimer Bürgerinnen und Bürger an das ÖPNV-Netz ergeben, profitiert auch der motorisierte Individualverkehr in erheblichem Maße. Der Magistrat verweist in diesem Zusammenhang auf seine Vorlage M 34 vom 19.02.2010, die durch die Stadtverordnetenversammlung mit Beschluss vom 25.03.2010, § 7874, zustimmend zur Kenntnis genommen wurde.

Das sich mit der Bahnübergang an der Cassellastraße gegenwärtig als ein verkehrliches Hemmnis mit weitreichenden Auswirkungen auf das umliegende Straßennetz erweist, belegt eine am 27.06.2013 durchgeführte Verkehrszählung eindrücklich.

Gezählt wurde in drei Zeitblöcken (6-9, 12-14 und 15:30-18:30 Uhr) und zusätzlich die Rückstaulängen erfasst:

In Nord-Süd-Richtung (Orber Straße in Richtung Hanauer Landstraße) wurden an diesem Tag 25 Fahrräder sowie rund 3.100 Kraftfahrzeuge gezählt. Von diesen Kraftfahrzeugen hatten rund 8% mehr als 3,5t zulässiges Gesamtgewicht (Schwerverkehrsanteil einschließlich Linienbusse).

Fast den ganzen Tag über gab es vor dem Bahnübergang einen Rückstau bis zur Orber Straße (rund 70 m). Darüber hinaus gehend staute sich der Verkehr im nördlichen Abschnitt der Cassellastraße (nördlich der Orber Straße) vor allem morgens (7:30-9 Uhr) um weitere 80 m zurück. Mittags und nachmittags betrug die Rückstaulänge in der Cassellastraße nördlich der Orber Straße dann zeitweise noch bis zu 40 m. In der Orber Straße – aus Richtung Westen (Schlitzer Straße) kommend – bildeten sich morgens (ca. 7-8 Uhr) bis zu 120 m lange Rückstaus vor der Cassellastraße. In den Mittags- und Nachmittagsstunden gab es dort nur noch vereinzelte Rückstaus von max. 50-60 m Länge.

In Süd-Nord-Richtung (Hanauer Landstraße in Richtung Orber Straße) wurden an diesem Tag 23 Fahrräder sowie rund 1.700 Kraftfahrzeuge gezählt. Von diesen Kraftfahrzeugen hatten rund 7% mehr als 3,5 to zulässiges Gesamtgewicht (Schwerverkehrsanteil einschließlich Linienbusse).

Aus Richtung Hanauer Landstraße kommend gab es fast den ganzen Tag über mehr oder weniger lange Rückstaus vor dem Bahnübergang. Morgens und nachmittags erreichten die Rückstaus des Öfteren eine Länge von 50-60 m, vereinzelt auch bis zu 70 m Länge. Zwischen 12 und 13 Uhr wurden aus Richtung Süden kommend aber Rückstaulängen von bis zu 160 m gemessen. Teilweise staut sich der Verkehr zu dieser Mittagsspitze sogar bis auf die Hanauer Landstraße zurück.

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