Kulturcampus endlich umsetzen!

Kontext: Wortprotokoll über die 15. Plenarsitzung der Stadtverordnetenversammlung Frankfurt am Donnerstag, den 29. Juni 2017 (16.01 Uhr bis 23.06 Uhr), TOP 3, Aktuelle Stunde zum Kulturcampus

Stadtverordneter Martin Kliehm, Fraktion DIE LINKE. im Römer:

Sehr geehrte Damen und Herren!

Wir sprechen jetzt schon wieder über den Kulturcampus, wie so einige Male in den letzten Jahren, bei dem sich vor allem durch den verzögerten Abzug der Uni immer wieder die Pläne verschieben. Ich sehe dort vor allem erst einmal die schwarz‑grüne Landesregierung in der Pflicht, die sich jetzt feiert, sie würde dort endlich etwas voranbringen. Ich rekapituliere. Im August 2011 wurde das Gelände an die ABG Frankfurt Holding verkauft, für übrigens 74 Millionen Euro. Frau Roth hat daraus immer ein Geheimnis gemacht. Eine kleine Anfrage im Landtag bringt das zutage. Nur zur Erinnerung, wenn Sie das nächste Mal sagen, wir wollen das Philosophicum für einen Mondpreis an einen Investor verkaufen, statt dort alternative Wohnprojekte zuzulassen. Das war nämlich gar nicht so teuer.

Im Oktober 2015 endlich, also kaum warten wir vier Jahre, kommt Boris Rhein beziehungsweise Ihre Möchtegern‑Oberbürgermeisterin in spe um die Ecke mit einem riesen Scheck über 100 Millionen Euro und sagt, hey, wir bauen da jetzt die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst. Das wird aber so schnell nicht geschehen, denn das Gelände ist immer noch nicht geräumt. Das sollte eigentlich bis 2017 geschehen. Schauen Sie auf den Kalender, haben wir gerade, wird nicht geschehen. Im Moment ist gerade die Rede von 2021.

Professor Semmelroth hat bereits 2009 für diesen Standort das Zentrum der ästhetischen Avantgarde ins Spiel gebracht. Da hat sich ein Verein Kulturcampus gegründet, wo die HfMDK drin ist, das Frankfurt Lab, das Ensemble Modern, die Junge Philharmonie, die Dresden Frankfurt Dance Company, die Hessische Theaterakademie, das Hindemith-Institut, das Institut für Sozialforschung und die Senckenberg‑Gesellschaft. Sie sehen, was für ein Potenzial auf dem Gelände ist, das dort entstehen kann. Dort wurde dann gesagt, na ja, vielleicht können wir das 2025 einmal erreichen. Inzwischen ist der aktuelle Stand so, dass wir vielleicht dieses Gelände für den Ersatzbau während der Theatersanierung für 80 Millionen Euro brauchen, den wir dann nachträglich auch noch für dieses Zentrum der ästhetischen Avantgarde nutzen können.

Wenn aber der Theaterneubau frühestens 2021 beginnt und mindestens sechs Jahre dauert, dann sind wir schon bei 2027. Das heißt, in zehn Jahren. Es tut mir leid, das ist für mich nicht mehr in greifbarer Nähe. Das ist in zehn Jahren. Deswegen müssen sich dort alle Beteiligten jetzt einmal an die eigene Nase fassen, das Land Hessen, die ABG Frankfurt Holding und die Stadt Frankfurt, und dort endlich einmal vorwärtskommen, damit wir das Zentrum der ästhetischen Avantgarde noch erleben. Denn Frankfurt hätte das für wahr verdient.

(Beifall)

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