Rassistisches Verhalten von Kontrolleuren

Nach Presseberichten machten U-Bahn-Kontrolleure am 17. Oktober 2012 gegenüber dem Frankfurter Mitbürger Derege Wevelsiep die rassistische Bemerkung „Ihr seid hier nicht in Afrika“. Die in der Presse beschriebenen Umstände deuten auch darauf hin, dass Anschuldigungen und die anschließende Eskalation durch die Kontrolleure stark von Vorurteilen geprägt waren.

Ich frage den Magistrat:

Welche dienstlichen Konsequenzen zieht die VGF aus diesem Vorfall, und warum werden Mitarbeitende nicht zu einem freundlichen, höflichen, deeskalierenden und interkulturell kompetenten Umgang mit Fahrgästen geschult, also dem Gegenteil von rassistischen Schikanen?

Parlis: Frage F 633/2012

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3 Kommentare zu Rassistisches Verhalten von Kontrolleuren

  1. Altan Y sagt:

    Sehr geehrter Herr Kliehm,

    beim Kommentar, der starke Vorurteile anprangert, wird selbst mit starken Vorurteilen gearbeitet.
    Alleine der Titel „Frage zum rassistischen Verhalten von Kontrolleuren“ stellt es so dar, als gäbe es dieses Verhalten bereits als Fakt. Jedoch gibt es nicht mehr als einen Vorwurf von Herrn Wevelsiep.

    Sollte sich der Vorwurf erhärten, müssen die Täter bestraft werden, das steht außer Frage.
    Bis dahin sind sie unschuldig, so ist das Gesetz und das ist gut so. Ich möchte auch keinen Staat, der Leute aufhängt, aufgrund von Stimmung und Vorwürfen. Die Piratenpartei sicherlich auch nicht.

    Ich kann bis jetzt auch keine allgemeine Problematik erkennen, zu mir (optisch erkennbar „ausländisch“) waren Polizeibeamte immer korrekt. Aggressives Auftreten habe ich persönlich eigentlich nur dann erlebt, wenn Aggression von anderer Seite voraus ging. Auch das übersieht man meist.

    Ich vermisse in ihrem Kommentar übrigens auch Kritik am Umstand, dass das Wort „Nazi“ mittlerweile inflationär als Beleidigung gegenüber Deutsche gebraucht wird. Das ist vielleicht in ihren Augen eine Lapalie und kein „Rassismus“, in meinen schon. Wir erinnern uns, welche Dimension Nazis als Verbrecher hatten! Mit diesem Wort wurde neulich meine Frau (Deutsche) tituliert, die einen jungen Türken aufforderte, seinen weggeworfenen Müll aufzuheben.
    Ich bin ein in Frankfurt geborener Türke und finde es völlig unakzeptabel, wie in Hinsicht auf Diskriminierung und Rassismus mit zweierlei Maß gemessen wird.

    Mit freundlichem Gruß

    Altan

    • Martin Kliehm sagt:

      Wir haben hier eine kurze Überschrift gewählt, die tatsächliche Anfrage an den Magistrat macht meines Erachtens deutlich, dass es sich um Vorgänge handelt, wie sie von der Presse beschrieben wurden. Tatsache ist leider, dass Ethnic Profiling eine von deutschen Polizeibehörden betriebene Strategie ist, die nicht nur rassistisch diskriminiert und kriminalisiert, sondern dabei noch höchst ineffizient ist.

      Leider sind es keine Einzelfälle, wenn wir in regelmäßigen Abständen von verschiedenen Frankfurter Polizeirevieren hören, wie sie mit unangemessener Brutalität vorgehen. Alleine Amnesty International wurden im Zeitraum von 2004-2009 869 Fälle deutschlandweit gemeldet, die Dunkelziffer dürfte um ein Vielfaches höher sein. Dass Anzeigen selten zu Verurteilungen führen, dass Polizisten ihre Kollegen notfalls mit Falschaussagen decken und dass meist umgehend eine Gegenanzeige erfolgt, ist kein Geheimnis.

      Ich würde mir wünschen, dass Polizeibeamte viel öfter Rückgrat zeigen und ihre dem Ansehen der Polizei schadenden, ausrastenden Kollegen selbst anzeigen würden.

  2. Keen sagt:

    Der Rassismus geht unvermindert weiter. Seit Tagen kontrollieren Zivilbeamte Menschen mit ausländischem Aussehen an der Galluswarte. Gerade gab es erst ein Urteil, dass diese Kontrollen illegal sind.

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